|
Home Experiences Aid Project Friends
|
||
|
Experiences
|
||
|
Street in Port Vila
Parliament Building (red roof)
Place of Independence
Port Vila - Harbour
Sunset
On the coast |
The following article tells about personal experiences I made during several journeys to Vanuatu. At the moment it is available only in German. A translation will follow later.
Reiseeindrücke aus dem Südpazifik Elvira, meine Frau, fragte mich einmal: "Kennst Du Vanuatu?" "Vanu... wie?" dachte ich, "nie gehört". Früher hieß dieser kleine Inselstaat Neue Hebriden. Er liegt östlich von Australien und nördlich von Neuseeland. Ich dachte an meine Schulzeit, kramte in den Erinnerungen über den Geographieunterricht und wurde fündig. Neue Hebriden klang schon etwas vertrauter. Ich nahm meinen Mittelschul-Atlas zur Hand: "Neue Hebriden, britisch-französich", stand dort zu lesen. Inzwischen weiß ich, daß Vanuatu am 30. Juli 1980 seine Unabhängigkeit von England und Frankreich erlangte und eine eigenständige Republik ist. Ich blickte auf meine etwas vergilbte Weltkarte. "So weit weg", kam es mir unwillkürlich in den Sinn. "So viel Wasser und so wenig Land!", setzten sich meine Gedanken fort. Ich legte den Atlas weg. Das war im November 1996. Meine erste Reise im Jahr 1997 führte mich zuerst nach Australien und Neuseeland. In Auckland traf ich einen Neuseeländer, der mit einer Österreicherin verheiratet ist. Er kennt Vanuatu seit vielen Jahren und konnte mir vieles über Land und Leute vermitteln. Solchermaßen vorbereitet erlebte ich eine schöne Zeit in Vanuatu, gewann erste Eindrücke von der Natur und den Menschen. Die Zeit verflog viel zu schnell. Beim Heimflug verspürte ich den Wunsch, Vanuatu gemeinsam mit meiner Frau zu besuchen. Am 10. Juli 1998 war es so weit. Elvira und ich bestiegen eine Maschine der Lauda Air in Wien-Schwechat mit Kurs auf Sydney. Wir hatten eine Zwischenlandung in Kuala Lumpur. Nach etwa 20 Stunden erreichten wir Sydney. Dort wurden wir von unserem Freund John abgeholt. Wir übernachteten bei seiner Familie. Beim Flug von Sydney nach Port Vila hatten wir sonniges Wetter. Wir konnten unter uns das Meer sehen. Die Stewardessen der Vanair hatten gelbe Blumen im dunklen, gekreuselten Haar. Sie gaben durch ihre äußere Erscheinung und ihr freundliches Wesen einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns in Vanuatu erwarten würde. Vor Antritt der Reise hatte ich folgende Information in einem Reiseführer gelesen: "Vanuatu hat ca. 160 000 Einwohner, es werden über hundert Dialekte gesprochen." "Wie ist das möglich", dachte ich mir damals. Ein Großteil der Einwohner Vanuatus lebt in Dörfern, in sehr einfachen Verhältnissen. Viele Stämme oder Dörfer sprechen ihre eigene Sprache, leben auf einer Insel und versorgen sich großteils selbst. Es gibt eine gemeinsame Landessprache, Bislama, die gewisse Ähnlichkeiten mit Englisch hat. In Port Vila kommt man auch mit Englisch oder Französich voran. Unser Pilot setzte die Boing 737, so sanft es ging, auf der Piste des Flughafen Bauerfield auf. Die Türen öffneten sich. Warme Luft strömte uns entgegen. Die beiden fahrbaren Treppen beim Aussteigen erinnerten mich an frühere Zeiten der Luftfahrt. Wir warfen einen ersten Blick auf die tropische Vegetation. Meine Augen suchten nach einem Bekannten, der seit zwei Jahren in Vanuatu lebt. Er ist Koreaner, arbeitet für eine internationale Organisation und hatte versprochen uns abzuholen. Vorerst jedoch ging es zur Paßkontrolle. Plötzlich tippte mir ein Mann auf die Schulter und zeigte mir freudestrahlend seinen österreichischen Paß. Er entpuppte sich schließlich als ausgewanderter Burgenländer, der mit seiner Familie schon lange in Australien lebt. Wir freuten uns über die Begnung. Es ist ein besonderes Gefühl, einen Landsmann am anderen Ende der Welt zu treffen, den man dort nicht vermutet hätte. Wir verabschiedeten uns und liefen schnurstracks in die Arme unseres koreanischen Bekannten. Das ist ebenfalls ein Charakteristikum von Vanuatu. Es ist überschaubar. Die Hauptstadt Port Vila hat ca. 30.000 Einwohner. Wenn Du dort 2 Tage durch die Stadt gehst, triffst Du einen Großteil deiner bisherigen Bekannten, ohne sie extra zu besuchen und lernst auch noch jede Menge neue Leute kennen. Die Menschen in Vanuatu sind freundlich, herzlich, haben noch Zeit für ein Gespräch. Manche sind scheu, verschlossen, blicken etwas verängstigt um sich. Sie sind stolz auf ihre Stammestraditionen und verstehen zu feiern. Das konnten wir am nächsten Tag erleben. Am Montag Morgen Ortszeit hatte Frankreich gegen Brasilien die Fußball-WM gewonnen. Den ganzen Tag über fuhren hupende Autos die Hauptstraße entlang, schwenkten französische Fähnchen und die Insassen sangen aus voller Kehle. Rund um Efate verläuft eine Küstenstraße besonderer Art. Zum einen ist sie holprig wie keine andere Straße, die ich bisher gesehen habe, zum anderen führt sie zu sagenhaften Buchten und Stränden, die im Verborgenen schlummern. Westlich von Efate gibt es kleine vorgelagerte Inseln. Sie bremsen den Ansturm des Meeres. Dort ist das Wasser am Strand ganz ruhig. Östlich von Efate ist der Pazifische Ozean deutlicher wahrzunehmen, mit seinen schaumgekrönten Wellenbergen, dem typischen Rauschen. Es finden sich Strände mit weißem Sand und welche mit nahezu schwarzem Sand. Vanuatu wurde ab der Mitte des 19. Jahrhunderts christianisiert. Heute zählen etwa 90 Prozent der Bevölkerung zum Christentum. Es gibt Presbyterianer, Anglikaner und Katholiken, aber auch kleinere Gruppen und Anhänger traditioneller Stammesreligionen. Während unseres Aufenthaltes organisierte die "Familienföderation für Weltfrieden" ein Treffen mit christlichen Pastoren, an dem wir teilnehmen konnten. Meine Frau Elvira und ich wurden zu einer Hochzeit eingeladen. Die erste Zeremonie fand in einer Presbyterianischen Kirche statt, die zweite auf einem Dorfplatz im traditionellen Stammesritus. Bei der Hochzeit und in den folgenden zwei Wochen haben wir mit vielen Menschen gesprochen. Wir erfuhren etwas über ihr Leben, ihre Wünsche und Träume, über ihre Schwierigkeiten. Die Vegetation und das Klima sind verschieden, der Himmel, die Sonne und die Wolkenformationen sind ähnlich. Die Menschen sind dunkelhäutig, haben einen anderen kulturellen Hintergrund, die geselschaftliche Struktur ist sehr verschieden von der Europas, das Wirtschaftssystem steckt in den Kinderschuhen. Blickt man tiefer, finden sich wieder Gemeinsamkeiten. Eltern sorgen sich um ihre Kinder, Lehrer bemühen sich, jungen Menschen zu einem besseren Start im Leben zu verhelfen, Politiker sind teilweise korrupt. Ehemann und Ehefrau versuchen miteinander auszukommen... Vanuatu ist ganz anders - oder vielleicht doch nicht? Karl Ebinger |
|
| Back to the top | ||
![]() |
Diese Seite wurde erstellt mit 4Steps2Web