Paul J. Ettl

 

Mein Leben

Kindheit in Aschach

Ich wurde am 20. Juni 1955 - mit fast 3 Wochen "Verspätung" - in Aschach an der Donau geboren.  Meine Eltern besaßen dort ein Handelsgeschäft (damals mit fast allem, was man kaufen konnte, von Eisenwaren bis zu Lebensmitteln, von Kohle bis zu Bekleidung).

Meine Eltern waren beide im öffentliche Leben sehr aktiv. Mein Vater, Wilhelm Edmund Ettl, war viele Jahre Feuerwehrhauptmann, Gemeindevertreter (teilweise auch Vizebürgermeister) und in der katholischen Männerbewegung. Meine Mutter war Leiterin in mehreren kirchlichen Gruppen.

Gemeinsam mit 3 Geschwistern - und dem großen Schäferhund "Bosco" - verlebte ich eine schöne Kindheit. In der Volksschule Aschach hatte ich auch gute Lehrerinnen, wobei für meine weitere Entwicklung Frau Anni Perko sehr wichtig war, die mich und meine Klasse in der 3. und 4. Klasse Schulstufe unterrichtete.

 

 

8 Jahre Gymnasium und Internat in Linz

Als Bub war ich Ministrant und wollte Priester werden. Daher kam ich 1965 in das "Kollegium Petrinum" in Linz, ein bischöfliches humanistisches Gymnasium mit Internat. In der Oberstufe war Prof. Alois Füreder unser Mathematiklehrer. Er war es auch, der mein Interesse an Mathematik und Physik förderte und mir die Teilnahme an der Mathematik-Olympiade empfahl. 1972 und 1973 konnte ich mich bei den österreichischen Bewerben im Spitzenfeld platzieren.

Prof. Füreder war es auch, der unserer Klasse 1972 die aktive Teilnahme an der Schulfernseh-Serie "Einführung in die EDV" ermöglichte und anschließend mir den Zugang zum damals einzigen "Computer" an einer (anderen) Linzer Schule verhalf. So lernte ich Programmieren.

 

Studium in Linz und Salzburg

1973 war ein Jahr großer Veränderungen. Nach der Matura (siehe Foto rechts) und der Maturareise, die uns ins antike Griechenland führte, habe ich in einem 14-Tage Schnellkurs das Autofahren erlernt und die notwendigen theoretischen Kenntnisse erworben und damit die Führerscheinprüfung abgelegt. Im Sommer arbeitete ich dann im Linzer Milchhof, im Herbst begann das Studium der Technischen Mathematik und Technischen Physik an der Johannes-Kepler-Universität in Linz.

Doch nach dem ersten Semester war mir die Materie (Physik) zu trocken und ich wechselte nach Salzburg und studierte dort Mathematik und Philosophie. (Diese beiden Fächer zählen nach wie vor zu meinen Hobbies.)

 

Meine Begegnung mit Gott

Mein Wechsel in der Berufswahl (also die Entscheidung, nicht Priester werden zu wollen) hat in mir aber sogar verstärkt die Frage nach Gott oder einem höheren Wesen wach werden lassen. 

Daher war ich sehr interessiert, als ich im März 1973 die Vereinigungskirche kennenlernete, in deren Lehre unter anderem eine Verbindung von Religion und der Wissenschaft versucht wird. Ich studierte die "Göttlichen Prinzipien" sehr genau und mußte feststellen, dass damit viele meiner früheren Fragen beantwortet wurden. Eine persönliche Gotteserfahrung während eines Gottesdienstes am 6. Mai 1973 war dann jedoch dafür ausschlaggebend, dass ich mich entschloss, in dieser Bewegung mitzuarbeiten.

Während des Studiums war ich auch als Missionar der Vereinigungskirche tätig. Ich übernahm 1974 eine Mission in Salzburg und war von 1975 bis 1979 als Lehrer bei Wochenendseminaren tätig. 1977 bis 1981 war ich Pionier in Hallein, einer Kleinstadt in der Nähe von Salzburg. Leider gab es für mich keine Gelegenheit, länger im Ausland zu sein, nur eine kurze Mission 1976 bei der Vorbereitung der "Washington Monument Ralley" in den USA.

 


Arbeitszeugnis 75


Arbeitszeugnis 76-77

In der Klinik werde ich mit dem Computer-Virus infiziert

Schon in Linz belegte ich das damalige Wahlfach "Programmierung" und lernte so die Programmiersprache "Fortran" - mit Stößen von Lochkarten wurden Matrixberechnungen durchgeführt und das erste Spiel ("Mastermind") programmiert. In Salzburg besuchte ich weiter die Vorlesungen über EDV und Informatik und schon 1975 konnte ich in den Sommerferien einen Job erhalten, bei dem ich in der Landesnervenklinik Salzburg Programme für die Analyse von PGRs, EKGs, EEGs  und anderer medizinischer Messungen schreiben konnte. Damit hatte mich der Computer-"Virus" endgültig gepackt.

Denn gleich im nächsten Sommer konnte ich bei einer anderen Firma an einem Projekt mitarbeiten, bei dem es meine Aufgabe war, auf einem Z80-Prozessor einen zweistufigen Basic-Compiler zu entwickeln, eine Aufgabe, die natürlich nicht in 4 Wochen abgeschlossen werden konnte. So wurde aus dem Ferienjob der erste Teilzeitjob.

Unsere Arbeitsweise damals: Auf einem Fernschreibgerät wurden die Programme in Lochstreifen gestanzt. Zur Fehlersuche wurden die Lochstreifen gegen das Licht gehalten und der Hexadezimalcode (die Löcher) gelesen. Wurde der Fehler entdeckt, dann wurde kurzerhand der Streifen durchgeschnitten und ein kleines Stück mit dem korrigierten Code mit Hilfe eines Klebestreifens eingefügt. Das ware noch Zeiten .... Und noch eine Zahl dazu: der Z80-Prozessor war mit 4 Kilobyte Arbeitsspeicher verbunden und wir freuten uns ungemein, als wir weitere 4 Kilobyte dazu bekamen!

 

 

Studium oder Beruf ?

Das Mathematikstudium (Lehramt) war mir eine große Freude und in kurzer Zeit hatte ich alle Prüfungen und Seminare abgeschlossen. Als Nebenfach (für das Lehramtsstudium) hatte ich "PPP" gewählt, die Kombination aus Philosophie, Psychologie und Pädagogik. Während mich Philosophie auch noch sehr interessierte, hatte ich mit Psychologie und Pädagogik weniger Freude, noch dazu, da diese Studienzweige in Salzburg damals erstens überrannt und zweitens ideologisch sehr links besetzt waren. Ich wechselte daher nach Abschluß des Lehramtstudiums zum Doktoratsstudium in Mathematik und begann an einer Dissertation zum Thema "Zuverlässigkeit von Energieversorgungssystemen - Unter Berücksichtigung der Unstetigkeit der Ausfallswahrscheinlichkeit (besonders zum Einschaltzeitpunkt)" zu schreiben. Als Zweitfach für das Doktoratstudium wählte ich auf Empfehlung des damaligen Dekans das Fach Logik, musste dann jedoch auf Grund der Studienvorschriften noch einmal wechseln und studierte 4 Semester Politikwissenschaft.

Während meiner ganzen Studienzeit habe ich aber immer wieder als Programmierer gerarbeitet: In den Ferien ganztags, dazwischen stundenweise und halbtags. Schließlich war ich 1979-1982 bei einer Firma in Freilassing (BRD, nahe Salzburg) tätig, der dann der Geschäftsführer abhanden kam. So ließ ich mich überreden, diese Aufgabe zu übernehmen - und tourte im ganzen deutschsprachigen Raum herum, um Softwareanpassungen und -schulungen für Geodäsie-Programme bei Kunden in durchzuführen. Von Ostfriesland bis Klagenfurt, von Saarbrücken bis Wien. Mein Studienabschluß rückte damit in die Ferne. 

Als ich 1983 zur Ableistung des immer wieder aufgeschobenen Grundwehrdienstes nach Österreich zurück und mich daher von der Firma in Freilassing trennen musste (und dann nach 4 Tagen als "untauglich" wieder entlassen wurde), stand ich vor der Wahl: Wieder zurück zur Firma, wieder zurück zum Studium - oder eine neue Herausforderung mit einer eigenen Firma.

 

Gründung der "Ettl-Software".

 

Ich entschied mich für die neue Herausforderung und gründete per 1. Mai 1983 meine eigene Firma. Die Geschichte der Firma, die zuerst eine Einzelfirma war, dann in eine GesmbH und schließlich in eine KEG umgewandelt wurde, erzähle ich auf einer eigenen Seite

 

Das Familienleben beginnt

Spät aber doch - oder wie ich lieber sage: "spät aber gut" - habe ich dann 1992 meine Frau Marion geheiratet. Im Dezember 1994 wurde unsere Tochter Christabel geboren. Auch über diese beiden wesentlichen Teile meines Lebens gibt es eigene Geschichten.

 

Back to the roots - wieder in Aschach

25 Jahre lebte ich nun also schon in Salzburg: Zuerst in der Stadt, dann in Hallein, dann in Wals. Und ich wäre jede Wette eingegangen, dass ich nie wieder nach Aschach zurückkahren würde. Aber wie so oft im Leben, kam es dann doch anders:

Im Frühjahr 1999 besprach ich mit meinem Neffen Michael Ettl die Möglichkeit, mit ihm gemeinsam im Raum Linz/Wels eine Filiale meiner Firma zu errichten und er stimmte zu. Was wir beide nicht erwartet hatten: Wenige Wochen danach wurde in Aschach ein Büro frei, das für unser Projekt ideal war: Passend von der Größe und von der Ausstattung und direkt im Zentrum Aschachs gelegen mit Blick auf die Donau. (Die Webcam - siehe Bild rechts - zeigt den Ausblick von unserem Fenster) Da mussten wir natürlich zuschlagen!

 

Klicken Sie auf das Bild um direkt zur Webcam-Seite von www.aschach.at zu kommen.

So kam es, dass ich nun öfter in Aschach war, immer gemeinsam mit Marion und Christabel. Marion war sehr gerne in Aschach und irgendwann ergab sich dann die Frage, ob wir nicht doch nach Aschach ziehen würden. Die Antwort ist bekannt: Seit Mai 2000 wohnen wir nun hier und Christabel begann hier mit der Schule.

Meine Firma in Salzburg blieb trotzdem erhalten. Im Internetzeitalter ist es ja "Teleworking" kein Problem. So arbeite ich - in Aschach sitzend - viel am Server in Salzburg, meine Sekretärin in Salzburg vom Salzburger Büro oder von ihrem "Home-Office" in Hallein aus auf unserem internen Netzwerk, dessen Server in Aschach steht.

 

Bilder von der Büroeröffnung am 9.12.1999

Nur 3 Häuser neben meinem Elternhaus (blaues Haus) war das neue Büro (grünes Haus)

 

Die - hoffentlich letzte - Übersiedlung

Nach dem Entschluss nach Aschach zu ziehen kam bald wieder ein "Geschenk des Himmels": Direkt neben dem Büro - also im selben Haus im selben Stock - wurde eine Wohnung frei. Genau genommen nicht nur eine, sondern zwei, die aber zusammen eine für uns passende Größe ergaben. Damit hatten wir auch den Blick zur Donau, eine zentrale Lage und die Nähe zum Büro. Diese Vorteile glichen die Nachteile dieser Wohnung - die ich nicht im Detail aufzählen möchte - durchaus aus. Wir suchten daher nicht wirklich etwas neues.

Umso überraschender war es dann, als - auf den Tag exakt nach 3 Jahren in Aschach - eine Wohnung wenige Häuser weiter frei wurde, die alle Vorteile der ersten Wohnung hatte, nicht aber deren Nachteile. Und so kam es, dass wir im Mai 2003 wieder übersiedelten: Von Kurzwernhartplatz 2 nach Kurzwernhartplatz 11: Wir haben wieder den Blick zur Donau, eine zentrale Lage, Nähe zum Büro ....

Ich habe nun versucht nachzuzählen: Wenn ich nichts vergessen habe, ist das nun meine 17. Übersiedlung ... hoffentlich die letzte.

 

 Ein langsames Bewegen der Maus über die Häuser erzählt ein bißchen über die Geschichte.
Pfarrkirche nördl. Kirchenplatz Altes Gemeindehaus bzw. altes Mauthaus, lange Zeit Postamt, jetzt Postpartner Schiffmeisterhaus, jetzt Trafik und Cafe, von 2000-2003 unsere Wohnung und Büro Neues Mauthaus, jetzt Sparkasse und Friseur Gasthof Sonne Handelshaus, seit 1910 Eisenhandlung Ettl, im 1. Stock unser Büro Baderhaus und altes Marktgericht, jetzt Architekt Lindorfer Baderhaus und altes Marktgericht, jetzt Architekt Lindorfer Fleischerhaus, jetzt Promenadencafe Bäckerhaus, jetzt Promenadencafe Schneiderhaus, jetzt Radsport Fritz, im 2. Stock unsere Wohnung Kirchmaierhaus, jetzt Peller-Göstl Optik

 

Büro im "Schlafzimmer" der Eltern (2003-2009)

Nachdem meine Mutter gerade in der Woche, in der wir nach Aschach übersiedelt sind, verstorben ist, stand die Wohnung meiner Eltern lange leer. Im Herbst 2003 kam ich daher mit meinem Bruder, dem das Haus gehört, überein, mein Büro in den 1. Stock des "Handelshauses" zu übersiedeln. Somit saßen nun die Sekretärin und die Lehrlinge im ehemaligen Wohnzimmer, die Buchhalterin im Esszimmer, Mike im "Kinderzimmer" (in dem ich aufgewachsen bin) und ich im ehemaligen Schlafzimmer meiner Eltern, in dem ich auch geboren bin.

Übersiedlung der Firma in die Abelstraße

Der Platz im ersten Stock des Ettl-Hauses wurde aber bald auch wieder zu wenig für mein wachsendes Team. Da mein Bruder bei seiner Pensionierung das Geschäft aber nicht - wie erwartet - zusperrte, sondern einen Pächter dafür fand, war kein Ausdehnen möglich. Im Oktober 2009 übersiedelte ich das Büro daher in die Abelstraße, dort wo in meiner Kindheit die berühmt-berüchtigte "Jungle-Bar" war. Inzwischen waren dort schöne Büroräumlichkeiten - und wieder der Blick zur Donau.

Neuausrichtung meines Lebensmittelpunktes ab 2011: Die Friedensakademie

Schon im Jahr 2000 (damals 45-jährig) sagte ich zu einigen Leuten, dass ich mit 55 noch etwas ganz Neues machen möchte. Lange war nicht klar, wohin die Reise meines Lebens mich weiter führen würde, doch im Herbst 2010 entstand ein sehr klares Bild aus den bis dahin unklaren Ideen: Ich gründete im Dezember 2010 (gemeinsam mit Günter Peham und Maria Pammer) die Friedensakademie Linz.

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