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CALL FOR PAPERS
for the
SECOND BI-ANNUAL PACSA MEETING 2009
9.-11.October 2009
Austrian Study Center for Peace and Conflict Resolution (ASPR)
“Continuities and ruptures between conflict, post-conflict and peace”
PACSA, the EASA network on Peace and Conflict Studies in Anthropology
, is pleased to announce its2
nd bi-annual meeting, held at the Peace Center Burg Schlaining, Austria.Contact: E.Grassiani@fsw.vu.nl
Current anticipated changes in world politics on the one hand and continued armed conflicts on theother result in a boom of security studies, consultancies, and the relative marginalization of
anthropologists’ point of view. These global changes in world politics therefore not only call for the
need to clarify our terminology, but also point to the necessity of redefining anthropology’s role within
peace and conflict studies. We therefore suggest participants to address one or several of the following
questions.
‘Conflict’ and ‘peace’ are recurrent concepts, constantly used within and outside academia
Peace is
mostly defined in its negative terms, and might as well be replaced by the rather ambiguous categories
of post- or pre-conflict. These terms have become more central within anthropological studies,
especially in connection with studies in trauma and reconciliation. The last PACSA meeting has
shown that even within the anthropology of peace and conflict, these categories are not sufficiently
defined and no common understanding of these terms exists. We therefore encourage participants to
(re)think and clarify the categories of conflict, post-conflict and peace as well as making the
continuities and ruptures between them visible.
We also ask participants to relate to debates on the cultures and markets of violence (Aijmer & Abbink
2000, Whitehead 2004) and the different orders that armed groups establish. Contributions might
analyze the structures and organization of violence. The changes through the War on Terror have had
severe consequences on our research landscape. Security studies have largely been monopolized by
think tanks and a flood of strategic studies institutes. How do we as anthropologists relate to these
changes?
Anthropologists, through their research, become part of the social networks in which conflict and
peace are negotiated. How does anthropological writing support underprivileged informants or
deconstruct militiamen? What is the role of local agency in the anthropology of peace and conflict?
Several anthropologists such as Das (2007) and Appadurai (1996) have questioned the sufficiency of
our anthropological tools in doing research in conflict settings. Are we at the limits of our language?
Söldner, Schurken, Seepiraten
Von der Privatisierung der Sicherheit und dem Chaos der „neuen“ Kriege
26. Internationale Sommerakademie
Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung, Burg Schlaining
Sonntag, 5. Juli – Freitag, 10. Juli 2009
Piraten, Warlords, Kindersoldaten, private Militärunternehmer und Söldner bestimmen in den letzten
Jahren die öffentliche Debatte als „neue“ Akteure in gewaltsamen Konflikten und Kriegen. Hat sich mit
diesen Kriegsparteien und der zunehmenden Privatisierung des Krieges auch der Krieg selbst
verändert? Stehen wir vor oder sind wir mitten in so genannten „neuen Kriegen“ oder zeigen sich „alte“
Kriege im neuen Gewand?
Von Sanktionen und westlichen Militäreinsätzen beinahe unberührt, etabliert sich mancherorts eine
eigene Bürgerkriegsökonomie, die durch Rohstoffplünderung, Schmuggel, Menschenhandel,
Drogenanbau, Entführungen oder Waffenhandel Kriege finanziert und lange fortdauern lässt.
Kriegsgewinne werden von Gewaltunternehmern privatisiert – Kriegsverluste gehen zu Lasten der
Bevölkerung. Mary Kaldor beschreibt in ihrem Grundlagenwerk über neue und alte Kriege, dass die
neuen Kriege im Gegensatz zu geopolitischen oder ideologischen Beweggründen früherer Konflikte
heute eine Politik der Identität zum Ziel haben.
Die Unterscheidung zwischen „Krieg“, „bewaffnetem Konflikt“ und einer instabilen Lage, der sogar
humanitäre Organisationen aus Sicherheitsgründen ihren Rücken kehren müssen, verliert zunehmend
ihre Trennschärfe. Dies konnte und kann vielfach in Lateinamerika und im Nahen Osten beobachtet
werden. Konflikte ohne einen staatlichen Akteur stellen die westlichen Militärmächte vor enorme
Herausforderungen. Weder Piraten noch Kindersoldaten beachten das Völkerrecht. Die Instrumente
europäischer oder US-amerikanischer Soldaten kratzen an der Oberfläche der Konflikte, während im
Golf von Aden Schiffe gekapert werden, im Kongo oder im Tschad ein Bürgerkrieg gegen die
Zivilbevölkerung tobt. Die Reaktion der EU auf die Piraten vor der Küste Somalias hat sich sehr rasch
„versicherheitlicht“ und militarisiert. Eine ursachenorientierte Entwicklungszusammenarbeit bleibt bei
gleichzeitig steigenden Budgets für Militärinterventionen unterdotiert bzw. wird angesichts der
Finanzkrise sogar in Frage gestellt. Piraterie ist nicht per se Krieg – man kann ihn allerdings gegen die
Piraten zu führen versuchen.
Robert Cooper – zentraler Vordenker der EU-Außen- und Sicherheitspolitik unter Javier Solana –
greift auf die Politik der doppelten Standards zurück. „Wenn es um traditionellere Staaten außerhalb
des postmodernen Kontinents Europa geht, müssen wir auf die raueren Methoden einer vergangenen
Ära zurückgreifen – Gewalt, präventive Angriffe, Irreführung“. Die Verantwortung des Westens kommt
in dieser Debatte erschreckend kurz und Kriegsursachenforschung bleibt ein Fremdwort: „Wenn wir im
Dschungel operieren, müssen wir ebenfalls das Gesetz des Dschungels anwenden“, so Cooper.
Wenn Kriege nach Mary Kaldor mit einer Fragmentierung und Dezentralisierung des Staates
einhergehen, so stehen wir folglich scheinbar auch vor neuen Formen des westlichen
Interventionismus.
Die Erfindung „neuer“ Kriege durch Teile der Wissenschaft, Politik und Militär scheint immer öfter dem
Zweck der Weltordnungsvorstellungen westlicher Wirtschafts- und Militärmächte nachzukommen als
den Bedürfnissen der Bevölkerung nach der ursprünglich rein zivil verstandenen „menschlichen
Sicherheit“. Die Unmenschlichkeit des Krieges drückt sich auch dadurch aus, dass heute vier Fünftel
der Toten Zivilbevölkerung statt Soldaten ausmacht. Die humanitäre Hilfe steckt dabei oftmals im
Spannungsfeld zwischen Neutralität, Rückzug oder der höchst unbeliebten zivil-militärischen
Zusammenarbeit fest.
Daher orten KritikerInnen in der Friedens- und Konfliktforschung einen „Modetrend“, dass seit Ende
des Ost-West-Konfliktes komplexere Phänomene rasch das Attribut „neu“ angeheftet bekommen.
Genügt die Differenzierung in „alte“ und „neue“ Kriege, um sie systematisch zu analysieren und zu
bearbeiten? Barbarische Kriegsgewalt, die gegen Appelle oder Interventionsgeschrei der „zivilisierten
Welt“ immun geworden ist, ruft ein Gefühl von diffuser Bedrohung auf den Plan, in dem bornierte
„security first“-Konzepte eine Hochkonjunktur erleben.
Wenn wir heute einen Wandel im Krieg und seiner Austragung erkennen, so stehen sowohl die
Anstrengungen der Anti-Kriegs-Bewegung zur Debatte als auch die Formen zur politischen
Durchsetzung ziviler Krisenprävention und des zivilen Krisenmanagements.
Thomas Roithner
Krimmler Friedensdialog und APC-Friedenswanderung
3. und 4. Juli 2009 - gewidmet allen Flüchtlingen weltweit
Das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) lädt zur 25. Internationalen Sommerakademie zum Thema
Globale Armutsbekämpfung - ein Trojanisches Pferd?
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