TERMINE 2009                  
September 20 Attersee  September 21 Wien  September 21 Salzburg  Studientage 2009   Veranstaltungen 

 

CALL FOR PAPERS

for the

SECOND BI-ANNUAL PACSA MEETING 2009

9.-11.October 2009

Austrian Study Center for Peace and Conflict Resolution (ASPR)

“Continuities and ruptures between conflict, post-conflict and peace”

PACSA, the EASA network on Peace and Conflict Studies in Anthropology, is pleased to announce its

2nd bi-annual meeting, held at the Peace Center Burg Schlaining, Austria.

Contact: E.Grassiani@fsw.vu.nl

Current anticipated changes in world politics on the one hand and continued armed conflicts on the

other result in a boom of security studies, consultancies, and the relative marginalization of

anthropologists’ point of view. These global changes in world politics therefore not only call for the

need to clarify our terminology, but also point to the necessity of redefining anthropology’s role within

peace and conflict studies. We therefore suggest participants to address one or several of the following

questions.

‘Conflict’ and ‘peace’ are recurrent concepts, constantly used within and outside academia

Peace is

mostly defined in its negative terms, and might as well be replaced by the rather ambiguous categories

of post- or pre-conflict. These terms have become more central within anthropological studies,

especially in connection with studies in trauma and reconciliation. The last PACSA meeting has

shown that even within the anthropology of peace and conflict, these categories are not sufficiently

defined and no common understanding of these terms exists. We therefore encourage participants to

(re)think and clarify the categories of conflict, post-conflict and peace as well as making the

continuities and ruptures between them visible.

We also ask participants to relate to debates on the cultures and markets of violence (Aijmer & Abbink

2000, Whitehead 2004) and the different orders that armed groups establish. Contributions might

analyze the structures and organization of violence. The changes through the War on Terror have had

severe consequences on our research landscape. Security studies have largely been monopolized by

think tanks and a flood of strategic studies institutes. How do we as anthropologists relate to these

changes?

Anthropologists, through their research, become part of the social networks in which conflict and

peace are negotiated. How does anthropological writing support underprivileged informants or

deconstruct militiamen? What is the role of local agency in the anthropology of peace and conflict?

Several anthropologists such as Das (2007) and Appadurai (1996) have questioned the sufficiency of

our anthropological tools in doing research in conflict settings. Are we at the limits of our language?

 

 

Söldner, Schurken, Seepiraten

Von der Privatisierung der Sicherheit und dem Chaos der „neuen“ Kriege

26. Internationale Sommerakademie

Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung, Burg Schlaining

Sonntag, 5. Juli – Freitag, 10. Juli 2009

Piraten, Warlords, Kindersoldaten, private Militärunternehmer und Söldner bestimmen in den letzten

Jahren die öffentliche Debatte als „neue“ Akteure in gewaltsamen Konflikten und Kriegen. Hat sich mit

diesen Kriegsparteien und der zunehmenden Privatisierung des Krieges auch der Krieg selbst

verändert? Stehen wir vor oder sind wir mitten in so genannten „neuen Kriegen“ oder zeigen sich „alte“

Kriege im neuen Gewand?

Von Sanktionen und westlichen Militäreinsätzen beinahe unberührt, etabliert sich mancherorts eine

eigene Bürgerkriegsökonomie, die durch Rohstoffplünderung, Schmuggel, Menschenhandel,

Drogenanbau, Entführungen oder Waffenhandel Kriege finanziert und lange fortdauern lässt.

Kriegsgewinne werden von Gewaltunternehmern privatisiert – Kriegsverluste gehen zu Lasten der

Bevölkerung. Mary Kaldor beschreibt in ihrem Grundlagenwerk über neue und alte Kriege, dass die

neuen Kriege im Gegensatz zu geopolitischen oder ideologischen Beweggründen früherer Konflikte

heute eine Politik der Identität zum Ziel haben.

Die Unterscheidung zwischen „Krieg“, „bewaffnetem Konflikt“ und einer instabilen Lage, der sogar

humanitäre Organisationen aus Sicherheitsgründen ihren Rücken kehren müssen, verliert zunehmend

ihre Trennschärfe. Dies konnte und kann vielfach in Lateinamerika und im Nahen Osten beobachtet

werden. Konflikte ohne einen staatlichen Akteur stellen die westlichen Militärmächte vor enorme

Herausforderungen. Weder Piraten noch Kindersoldaten beachten das Völkerrecht. Die Instrumente

europäischer oder US-amerikanischer Soldaten kratzen an der Oberfläche der Konflikte, während im

Golf von Aden Schiffe gekapert werden, im Kongo oder im Tschad ein Bürgerkrieg gegen die

Zivilbevölkerung tobt. Die Reaktion der EU auf die Piraten vor der Küste Somalias hat sich sehr rasch

„versicherheitlicht“ und militarisiert. Eine ursachenorientierte Entwicklungszusammenarbeit bleibt bei

gleichzeitig steigenden Budgets für Militärinterventionen unterdotiert bzw. wird angesichts der

Finanzkrise sogar in Frage gestellt. Piraterie ist nicht per se Krieg – man kann ihn allerdings gegen die

Piraten zu führen versuchen.

Robert Cooper – zentraler Vordenker der EU-Außen- und Sicherheitspolitik unter Javier Solana –

greift auf die Politik der doppelten Standards zurück. „Wenn es um traditionellere Staaten außerhalb

des postmodernen Kontinents Europa geht, müssen wir auf die raueren Methoden einer vergangenen

Ära zurückgreifen – Gewalt, präventive Angriffe, Irreführung“. Die Verantwortung des Westens kommt

in dieser Debatte erschreckend kurz und Kriegsursachenforschung bleibt ein Fremdwort: „Wenn wir im

Dschungel operieren, müssen wir ebenfalls das Gesetz des Dschungels anwenden“, so Cooper.

Wenn Kriege nach Mary Kaldor mit einer Fragmentierung und Dezentralisierung des Staates

einhergehen, so stehen wir folglich scheinbar auch vor neuen Formen des westlichen

Interventionismus.

Die Erfindung „neuer“ Kriege durch Teile der Wissenschaft, Politik und Militär scheint immer öfter dem

Zweck der Weltordnungsvorstellungen westlicher Wirtschafts- und Militärmächte nachzukommen als

den Bedürfnissen der Bevölkerung nach der ursprünglich rein zivil verstandenen „menschlichen

Sicherheit“. Die Unmenschlichkeit des Krieges drückt sich auch dadurch aus, dass heute vier Fünftel

der Toten Zivilbevölkerung statt Soldaten ausmacht. Die humanitäre Hilfe steckt dabei oftmals im

Spannungsfeld zwischen Neutralität, Rückzug oder der höchst unbeliebten zivil-militärischen

Zusammenarbeit fest.

Daher orten KritikerInnen in der Friedens- und Konfliktforschung einen „Modetrend“, dass seit Ende

des Ost-West-Konfliktes komplexere Phänomene rasch das Attribut „neu“ angeheftet bekommen.

Genügt die Differenzierung in „alte“ und „neue“ Kriege, um sie systematisch zu analysieren und zu

bearbeiten? Barbarische Kriegsgewalt, die gegen Appelle oder Interventionsgeschrei der „zivilisierten

Welt“ immun geworden ist, ruft ein Gefühl von diffuser Bedrohung auf den Plan, in dem bornierte

„security first“-Konzepte eine Hochkonjunktur erleben.

Wenn wir heute einen Wandel im Krieg und seiner Austragung erkennen, so stehen sowohl die

Anstrengungen der Anti-Kriegs-Bewegung zur Debatte als auch die Formen zur politischen

Durchsetzung ziviler Krisenprävention und des zivilen Krisenmanagements.

Thomas Roithner

 

 

3. Alpine Peace Crossing - Krimmler Tauern 2009

Krimmler Friedensdialog und APC-Friedenswanderung
3. und 4. Juli 2009 - gewidmet allen Flüchtlingen weltweit


 TERMINE  2008

 Das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK)

 lädt zur 25. Internationalen Sommerakademie zum Thema

Globale Armutsbekämpfung - ein Trojanisches Pferd?
Auswege aus der Armutsspirale oder westliche Kriegsstrategien?


vom Sonntag, 6. Juli - Freitag, 11. Juli 2008

auf die Burg Schlaining/Burgenland.


u.a. mit den Themen:
* Wege aus der Armut. Entwicklungsgeschichtliche und aktuelle Lehren
* Parameter von Kriegen im 21. Jahrhundert oder die Unübersichtlichkeit sozialer Ordnungen unter Bedingungen von Schattenglobalisierung
* Armut schafft Kriege - nicht immer, aber fast überall
* Die Kriege der Armen mit den Waffen der Reichen
* Armut, Ressourcen und Konfliktdynamik
* Gescheiterte oder zum Scheitern gebrachte Staaten?
* Nation-Building als Strategie der Konfliktbearbeitung
* Failing States in Afrika: interne und externe Ursachen für Staatsversagen
* Die EU zwischen größter Entwicklungshelferin und Rüstungsexportweltmeisterin
* Der Teufelskreis von Krieg, Armut, Unterentwicklung und Diktatur - Naher Osten
* Wege aus Armut und Krieg. Was kann die Zivilgesellschaft & die Staatenwelt tun?
* Gender - Armut - Konflikt. Eine friedenspädagogische Annäherung
* Die Rolle von humanitären Organisationen

mit folgenden ReferentInnen:
Dieter Senghaas (Uni Bremen), Franz Nuscheler (Uni Duisburg-Essen, INEF), Josef Hader (Kabarettist und Schauspieler), Elmar Altvater (Freie Universität Berlin), Carola Bielfeldt (Uni Innsbruck), Ulrich Brand (Uni Wien), Claudia Derichs (Uni Hildesheim), Verena Dunst (Landesrätin Burgenland), Alexandra Elbling (EPU), Ursula Gamauf (ÖSFK), Rita Glavitza (Diplomandin, Kultur- und Sozialanthropologin), Hildegard Goss-Mayr (Versöhnungsbund), Christa Hager (Journalistin, derStandard.at) Gudrun Harrer (Journalistin, Der Standard), Peter Hazdra (Landesverteidigungsakademie), Thomas Hennefeld (Evangelisch-reformierte Kirche), Pete Hämmerle (Versöhnungsbund), Claudia Haydt (IMI Tübingen), Franz Küberl (Caritas), Cornelia Krebs (Journalistin, ORF), Georg Leitner (Student, Kultur- und Sozialanthropologe), Peter Lock (EART Hamburg), Wolfgang Machreich (Journalist, Die Furche), Gerald Mader (ÖSFK), Ueli Mäder (Uni Basel), Johannes Marlovits (Journalist, ORF), Volker Matthies (Uni Hamburg), Mohssen Massarrat (Uni Osnabrück), Silvia Mohnl (Verein Vermittlungsexperten), Thomas Roithner (ÖSFK Wien), Werner Ruf (Uni Kassel), Martina Schloffer (Rotes Kreuz), Annette Scheiner (Journalistin, ORF), Peter Strutynski (Uni Kassel), Rainer Tetzlaff (Uni Hamburg), Manuela Urschik (Verein Vermittlungsexperten), Astrid Wein (Care) und Andreas Zumach (Journalist, Genf).

Aufgrund einer Programmänderung spricht am 8. Juli Ueli Mäder von der Uni Basel zum Thema "Globale soziale Ungleichzeit versus Verteilungsgerechtigkeit. Zur Interdependenz von Armut und Krieg". Jörg Huffschmid (Uni Bremen) wird an der Akademie nicht teilnehmen können.

Teilnahmekosten
€ 45,-- für die ganze Woche / € 22,-- ermäßigt (bis 16.6.)

Unterbringung
Hotel Burg Schlaining, Private Unterkünfte oder kostenlose Nächtigung mit Schlafsack

Auskünfte, Anfragen und Anmeldung
Thomas Roithner im ÖSFK Büro Wien
Tel. ++43 (0) 1 - 79 69 959, Fax ++43 (0) 1 - 79 65 711, Email: roithner@aspr.ac.at
Vollständiges Programm: http://www.aspr.ac.at/sak.htm

 

 


 

 

2. ALPINE PEACE CROSSING - KRIMMLER TAUERN 2008

 

KRIMMLER FRIEDENSDIALOG

APC-FRIEDENSWANDERUNG

11. bis 13. Juli 2008

 

gewidmet allen Flüchtlingen weltweit

 

http://www.alpinepeacecrossing.org