Josef Abel, geboren am 22. August 1764 in Aschach "Haus Aschach Nr. 28" als Sohn des Tischlermeisters Melchior Abel war bekannter Historienmaler und Porträtist. Viele Sammlungen und Museen in unserem Land besitzen seine Werke. Der untere Teil der Abelstraße hieß früher "Untere Färbergasse"
Der Kobl war der Berg der Aschacher Jugend, im Besonderen in der Kriegs- und Nachkriegszeit des II. Weltkrieges, wo „Kriegsspiele“ erprobt wurden und später, nach dem Zusammenbruch, andere Abenteuerspiele ausgeführt wurden .Auch jetzt sieht der Chronist wieder vermehrt Kinder und Jugendliche „auf dem Kobl“, und auch die Erwachsenen benützen ihn vermehrt zum Spazierengehen oder Laufen.
Die „leitten ob des stainbruchs“ (1371) wird in der Flurbeschreibung des Marktes Aschach als „hochgelegenes Land hinter der heutigen Berggasse“ beschrieben .Umgangssprachlich kann man von den älteren Bewohnern noch die Bezeichnung Koblsteinbruch hören. Begeben wir uns auf die Namenssuche KOBL, so kommen zwei Möglichkeiten in Frage, wobei die erstere klarer, stimmiger erscheint, die andere uns aber spannender und geheimnisvoller entgegentritt: Ein KOBEL kann ein Verschlag, ( Koben), eine Hütte oder auch eine Höhle(mit Flechtwerk) sein. Verwandt ist dieses Wort auch mit Kuppe(cupa= griech./ lat; deutsch: Kufe, Tonne). Dr. Konrad Schiffmann leitet Kobl von „Kogel“ (Kuppe) ab, was als flacher Berghügel beschrieben wird.
Eine völlig andere Bedeutung hingegen misst Resch –Rauter in ihrem Buch „Unser keltisches Erbe“ diesem Namen zu. „Überall, wo uns Flurnamen mit Gype, Cupi, Cupa oder ähnlichen Worten unterkommen, handelt es sich um den sakralen Totenbereich, um Grab-oder Kulthöhlen.“ (Lautentwicklung von y zu o, Gype zu Koben, Kobel). „Cupi-Orte“, schreibt die Verfasserin weiter, „könnten Gräberstraßen bedeuten“ (auch eine unterirdische Wohnung, ein Erdstall). Wenn wir nun unseren Kobl in diese Überlegung mit ein beziehen , wir auch wissen, dass der Weg früher ROTKREUZGASSL geheißen hat, benannt nach dem dritten Kreuz, (= „Rotes Kreuz“ am Sommerberg), das die Grenze zu einem benachbarten Landgerichtbezirkes bezeichnet, , so denken wir an die frühere Bedeutung der Aschacher Gerichtsbarkeit. Auf diesem Weg wurden die Verurteilten zur Richtstätte am Sommerberg geführt, ins so genannte „Galingholz“ (= Flurbezeichnung), wo sich heute noch deutlich sichtbare Reste der gemauerten Richtstätte befinden.
Es soll dem Leser dieser Zeilen aber unbenommen sein, zwischen beiden Möglichkeiten zu wählen. Wir Kinder jedoch fanden es gruselig- spannend, in diesem „Holz“(Wald) die alte Zeit herauf zu beschwören . Die Bewohner der „Kraftwerkssiedlung“ zogen natürlich die Bezeichnung Sommerberg der Flurbezeichnung vor, was weniger dunkel klingt, sondern fröhlich - sommerlich, wenngleich der Name Sommerberg eine andere Bedeutung haben könnte. (siehe "Sommerberg")
Johann Eggerstorfer; Marktchronist
Quellen: Flurnamen der Gemarkung Aschach - Dr. Konrad Schiffmann: Historisches Namenslexikon, II. Band,1935 - Duden: Das Herkunftswörterbuch, Mannheim –Wien- Zürich, 1963 - Resch – Rauter: Unser keltisches Erbe – Flurnamen, Sagen… 1992
Unter den Grafen von Schaunberg galt für das Gebiet Aschach - Hartkirchen - Hilkering - Steinwänd - Haibach - St. Agatha die Bezeichnung "Das Landgericht Aschachwinkl". Die Landstraße in diesem Gebiet trägt daher heute diese Bezeichnung.
Die Berggasse, die Parallelstraße zur Ritzbergerstraße, beginnt beim „Thorhaus“ der heutigen Nummer 1 (Bauer) und endet beim „Zimmerjodlhaus“, Nummer 47 (Mohr – Jomrich). Der dort zur Ritzbergerstraße führende Straßenteil hat keine eigene Benennung, er wird zur Berggasse gezählt. Werner Promintzer schreibt im zweiten Band sogar von einer „Alten Hauptstraße“. Diese Gasse war sicherlich eine wichtige Hauptverbindung über Ruprechting Richtung Haizing.
Der diese Straße begleitende „ Koblsteinbruch“, die Anhöhe dahinter, hat wesentlich zur Straßenbenennung beigetragen. Verbindet man nun gedanklich die Berggasse mit der Ortschaft Ruprechting, so ergeben beide Teile einen in sich geschlossenen Lebensraum, der vom Hochwasser nicht betroffen war. Noch früher, in der Jungsteinzeit, waren sicherlich die Anhöhen um Aschach, wegen des Überblicks gegen feindliche Scharen, zur Besiedlung vorgezogen worden, was auch Funde bescheinigen.
In dieser Straße, der früher so genannten „HINTERGASZ“- bis in die heutige Zeit herauf von den älteren Bewohnern etwas abschätzig ausgesprochen-, befand sich ein Greißler (1741 nachweisbar), und zwar im so genannten „Hinteren Grieslerhäusl“, heute Berggasse 37, dem Großelternhaus des jetzigen Besitzers (Eggerstorfer). Gehen wir etwas weiter, bis zum Weganfang, der auf den Kobl führt, sehen wir das heute unbewohnte frühere „Kochwirthshaus“ – Zum grünen Kranz (Brandstätter), heute die Nr. 31, von dem der Glasschutt stammt, der alljährlich im Berggarten des Chronisten von Wühlmäusen an die Oberfläche befördert wird, wobei manchmal auch ein gutes Stück zum Vorschein kommt.
Der Schildname weist auf den früheren Weinbau Aschachs hin. Er war ein Zeichen des Weinausschankes, so wie heute noch das Schild am Traubenwirtshaus (Aschacherhof) in der Ritzbergerstraße daran erinnert. Für die Ortsgeschichte ist das „Mitterbauernhaus“, die heutige Nummer 27 (Kemmetmüller), ein ehemaliges Fassbinder und Schiffmannshaus erwähnenswert, auf dem um das Jahr 1700 das Ehepaar Stephan und Maria Mitterbauer saßen, die aufgrund eines Gelübdes das sich heute über dem Hauptaltar befindliche „wundertätige Donaukreuz“ vor der Zerstörung bewahrten.
Von der Berggasse führen noch drei Gassen hinunter in den Markt: die Schlossergasse, die Schiffergasse und die Brunnengasse. Alle drei Gassen erhielten erst 1974/75 die heutige Straßenbezeichnung. Vorher hießen sie im Volksgebrauch die Plöderlgasse, die Schlagergasse und die Hoppelgasse (Bäcker Hoppel), heute Brunnengasse Nr. 6 (Prummer). Alles Namen, die sich auf die Bewohner bezogen, die am Anfang oder Ende der Gasse wohnten.
Johann Eggerstorfer; Marktchronist
Quellen:Aschacher Wirtshausschilder von Franz Hiermann; Die Fluren der Gemarkung Aschach; Aschacher Markturbar: „Das sogenannte Hintere Grieslerhäusel in der Pfarr Markt- und Burgfrid Aschach…“ ; Werner Promintzer :„Donauvolk – und Schiffleutleben…“, 1989, Bd.II , S.382 u.451
Die Brunnengasse hat ihren Namen von einem Brunnen, der im unteren Teil der Gasse steht, und von dem sich auch die Bewohner der Berggasse bis Anfang der 1960er Jahre das Wasser holten. Seit 1999 steht eine Nachbildung auf diesem Platz, die der ehemalige Schopper Ferdinand Krammer nach einer alten Zeichnung angefertigt hat.
Johannes, Paulus CHALIER de ROEMOND, war Haushofmeister und Geheimschreiber des Grafen Aloisius Thomas HARRACH. Er lebte um 1730 hier in Aschach und machte sich durch zahlreiche Armenstiftungen (Chalierstiftsgebäude Nr. 13, Versorgung von 10 Pfründnern auf ewige Zeiten usw.) verdient.
Fährt man heute die schön ausgebaute Grünauerstraße entlang, erinnert nichts mehr daran, dass dort im hinteren Teil des Marktes, vor gut 180 Jahren, nur Krautgärten (Flurbezeichnung 1371: Chrennaw, 1526: in der Khrenau) und Rübenfelder lagen. Ein wenig erinnert sich der Schreiber dieser Zeilen noch an die Bezeichnung „Schallers Stiergarten“, die noch an eine frühere Verwendung als Weide den älteren Bewohnern in Erinnerung ist .Daraus ist ersichtlich, dass es eine Straße damals nach unserem heutigen Verständnis nicht gab, höchstens einen Feldweg, um die Ernten einzubringen. Seit wann also gibt es diese Straße? Ich füge an dieser Stelle einen Bericht aus der Pfarrchronik ein, der aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhundert stammt:
„Im Jahre 1822 erging die Regierungsverordnung, dass die Vizinal – oder Verbindungsstraßen (Vizinalstraßen = Nebenwege) zwischen den Pfarreien und anderen bedeutenden Örtern hergestellt werden. Bei dieser Gelegenheit erhielt Aschach viele Lokalverbesserungen. Die lästigen ,vorstehenden Dachrinnen, die ihr Wasser auf die Mitte der Straßen hinstrahlten, wurden abgeschafft und die Häuser mit Stehrinnen versehen…Durch die obere ganze Färbergasse wurde vom Weinzierlhaus an (Anmerkung: Haus Wolfmayr) bis zur Donau hinein ein geräumiger Schlauch ausgemauert, um das Wasser aufzufangen und abzuleiten, welches vom Ruprechtinger Steinbruch herkam und bei jähen Regengüssen wie ein Strom in die Färbergasse hineinfloß, wozu auch noch beim Austreten viel Wasser von dem so genannten Wegbachl (heute Seierbach) kam, das links vom Pfarrhof vorbeifließt…“.
Im Bericht wird auch der schlechte Zustand dieses Weges von dieser Färbergasse (heute Reitingerstraße) bis zum Pfarrhof und weiter bis zur unteren Färbergasse geschildert, dass eine Pfütze an die andere sich reihte, die auch an heißen Sommertagen kaum austrockneten. Vom Pfarrhof weg in die untere Färbergasse gab es keine richtige Verbindungsstraße, dieser Teil war, wie anfangs beschrieben, den Äckern vorbehalten.
Nur wenige Häuser standen in der heutigen Grünauerstraße: Vom Freyhaus des Hubert Pecherstorfer, heute Nr.3, bis zum so genannten Pöpplhaus des Albert Rathmayr, heute Nr. 20, gab es gerade ein Dutzend Gebäude. Vor der Namensgebung in Grünauerstraße (1974/75) hieß sie einfach die Grünau. So schreibt z.B. Max Fuchs, der vormalige Chronist, im September 1966 in der Aschacher Chronik: „Auch die Straße in der Grünau bedarf…einer Sanierung“. Auch bei Werner Promintzer kann man im ersten Band „Aus der Grünau kommend…“nachlesen.
Es bedarf hier noch der Fortführung dieser Straßengeschichte, weil die heutige Straße ab der Kreuzung Grünauerstraße – Siernerstraße, Richtung Brückenauffahrt, damals eine andere Benennung führte.
Quellen: Johann Eggerstorfer, Archivar der Marktgemeinde Aschach, OÖ. Landesarchiv – Dr. Adolf Golker , Werner Promintzer: „Donauvolk und Schiffleutleben…“ 1989, Pfarrchronik Aschach: “Veränderungen im Orte Aschach.“
natürlich benannt nach der dort befindlichen Pfarrkirche.
benannt nach dem Apotheker Theodor Kurzwernhart, der 1861-1864 Bürgermeister von Aschach war und die Freiwillige Feuerwehr gründete. Kurzwernhart war auch Ehrenbürger von Aschach, Mitbegründer des Verschönerungsvereines und der Liedertafel. Auf dem Kurzwernhartplatz finden Sie schöne alte Bürgerhäuser, Grünanlagen, Gastgärten, einen Springbrunnen und das Kriegerdenkmal.

Kurzwernhartplatz 5 und 6
Albert Ritzberger war Maler. Er war zuerst Lehrer, widmete sich aber dann ganz seiner Kunst. Er heiratete eine Tochter des Hofarchitekten Smattosch und hatte in der Villa Smattosch seinen ständigen Sommerwohnsitz. Früher hieß diese Straße "Donaustraße"
Diese Straße ist eine wichtige Verbindung von der Hauptstraße des Marktes hinaus Richtung Grünauerstraße und zur Ortschaft Ruprechting. Im alten Grundbuch ,Ende des 18. Jahrhunderts, war der Name LOBGASSE verzeichnet. Die Herkunft dieses Namens ist nicht mehr feststellbar. Die Nennung OBERE FÄRBERGASSE scheint ebenfalls zu dieser Zeit in einem Magistratsschreiben auf, ein Name, der von einem früheren Färberhaus, das auf dem Platz des heutigen LAWOG – Wohnhauses stand, herrührt. Uns ist heute diese Straße nur unter Reitingerstraße bekannt. Meist unbekannt ist manchen Bewohnern der Namensgeber dieser Verkehrsverbindung. -->siehe auch "Simon Reitinger"
Quellen: Johann Eggerstorfer, Archivar der Marktgemeinde Aschach, OÖ. Landesarchiv – Dr. Adolf Golker , Werner Promintzer: „Donauvolk und Schiffleutleben…“ 1989, Gemeindearchiv Aschach an der Donau
Der leicht ansteigende Weg, der durch Ruprechting führt, hat eigentlich keinen richtigen Straßennamen. Nur früher, 1788, scheint er im Josefinischen Lagebuch als „Ruprechtingerfahrtweg“ auf, was aber längst vergessen ist.
Von der Reitingerstraße kommend, gehen wir nach Ruprechting „hinaus“. Ruprechting ist eine Ortschaft des Marktes und hat heute noch etwas vom Scharm eines Dorfes, dessen Bewohner eine schon selten gewordene Gemeinschaft bilden .Vielleicht rührt das noch aus der Erinnerung früheren Weinbaues her, der rund um Aschach gedieh, und woran Ruprechting auch seinen Anteil hatte. Ried - und Flurnamen erinnern an diese wirtschaftlich wichtige Zeit. Im Aschacher Markturbar von 1753 weist es noch 22 ½ Tagwerk auf. ( 1 Tagwerk = 340 m2 ).
Ein bisschen getrennt sind die Bewohner seit den neuen Straßenbezeichnungen 1974/75 schon geworden. So liegen jetzt die Häuser „an der Gstetten“ (Gschwendtner), das „Scherzlhaus“(Fink) und das „Brüklhaus“ (Krammer), früher Ruprechting Nr.1 , 4 und 5 in der Ziegeleistraße. Ebenso erging es dem „Gasslhaus“ (Schwarzmüller) und dem „Schreiberhäusl“ (Humer), ehemals Ruprechting 2 und 3, die jetzt zum Vorderen Sierner gehören.
Ruprechting wird um 1230 erstmals urkundlich erwähnt, und zwar als RUOTPREHTINGEN, der Namensgeber war also ein Ruotpreht. Ob dieser Name mit dem uns bekannten Namen Ruprecht (germ. Hrod-berht = ruhmglänzend) verwandt ist, bedürfte einer genaueren sprach- vergleichenden Untersuchung. Jedenfalls ist Ruprechting ein echter ING – NAME, welcher der Zeit der ersten Landnahme durch die Bayern angehört. „Die echten ing-Namen zeigen uns den ganzen Reichtum unserer Vorfahren an schönen deutschen Personennamen“, wie das Dr. K. Schiffmann so treffend beschreibt. Ruprechting, und auch die Berggasse, zählen zu den alten Ansiedlungsgebieten Aschachs. Der Handelsplatz unten an der Donau, wo sich die Schiffmeister und Händler ansiedelten, entwickelte sich rasch mit der zunehmenden Bedeutung der Maut, des Weinanbaues und des damit zusammenhängenden Handels und Gewerbes. Erwähnt sei auch, dass von Ruprechting der „Hohlweg“ Richtung Kobl hinausführt, wo sich, 1980 beginnend, drei Häuser angesiedelt haben.
Zum Schluss meiner Ausführungen soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass ein „Oberhauptmann im christlichen Feldlager vor Linz“ im oberösterreichischen Bauernkrieg von 1626 genannt wird, der aus Ruprechting stammt.
Johann Eggerstorfer
Marktchronist
Quellen:
Land ob der Enns „Eine altbaierische Landschaft in den Namen ihrer Siedlungen…“ von Dr. Konrad Schiffmann, 1922
Deutsches Namenslexikon, Godrom, 1967
Aschacher Marktarchiv – Weinbau in und um Aschach
Die Gründe dieses Villenviertels gehörten einst zum Löwenwirtshaus, welches wiederum der Gemeinde gehörte. Die Gründe wurden in den Dreißigerjahren an die Wüstenrot-Baugesellschaft verkauft. Bis auf den heutigen Tag ist sie die unumstritten schönste Siedlungsanlage von Aschach.
Der Sommerberg war lange Zeit neben „Klein Tirol“ (Volksmund = gegenüber dem Ziegelwerk Pichler), das Rodel- und Schigebiet der Aschacher Kinder, aber auch der Erwachsenen. Besonders beliebt war das Schlittenfahren. Da ging es von ganz oben hinunter bis über den Weg, der damals noch keine Straße in unserem Sinne war, hinein zur angrenzenden „Gstättn“, zur Donauleiten. Das Schifahren war damals - außer zur „Wehrertüchtigung“ in den 1940er Jahren -, wenig verbreitet, auch machte die damalige Schiausrüstung wenig Lust zum Fahren. Das Gebiet war bis vor dem Kraftwerksbau fast leer. Nur wenige Häuser standen zu dieser Zeit am Hang. Da war das „Schusterhaus“(Auer), heute Sommerberg Nr. 1 oder das „Glaserhaus“ (Paschinger), jetzt die Nr. 5. Weiter oben, dort wo die Rodler oder auch die kühneren Schifahrer starteten, stand das „Maurerhaus“, das alte Paschingerhaus, das heute die Nr. 47 hat.
DER SOMMERBERG (Summersperg, Summer Perg, Somerberg) wird in den Fluraufzeichnungen schon sehr bald erwähnt (1371, 1526,1788) und ist die zweite Ortschaft Aschachs. In den Fluraufzeichnungen des Marktes Aschach vermutet Max Fuchs( ehem. Ortschronist), dass dieser Name seinen Ursprung von SAUM, Säumer, herleitet ( ahd.: soum, Traglast). „Der Weg der Säumer“, der Weg der Lasttiere, also ein Saumpfad? Eine These, die durchaus nachzuvollziehen ist, weil die Wege unten an der Donau von den Hochwässern oft gefährdet waren, sodass die trockeneren Wege auf den Anhöhen sicher vorgezogen wurden. Bemerkenswert dazu ist auch, dass Aschach lange Zeit eine Haupt –Legestätte des Gmundner Salzes war (Ende des 18.Jh. wurden jährlich 8000(0) Zentner „verschleißt“ = verkauft). Je drei Salzstöcke auf einem Pferd wurden mit „Saum“ bezeichnet. (Sommerberg aus Samerbera?). Da später diese ursprüngliche Bedeutung verloren ging, wurde eben „soum“ in Sonne oder Sommer – Sommerberg - umgedeutet, sodass diese Bezeichnung auch nach der Straßenbenennung 1974/75 die noch heute gültige Bezeichnung Sommerberg führt.
Der alte Pfad wurde später etwas verbreitet, damit das Befahren mit einem Pferdefuhrwerk möglich wurde. Das blieb so bis in die 40er-Jahre des vorigen Jahrhunderts. Grundlegend verändert hat sich der Weg auf den Sommerberg erst durch den Kraftwerksbau (1959-1963), als oben „im Galgenhölzl“ eine gewaltige „Barackenstadt“ entstand, die „…eine Zeit lang 2000 Menschen Obdach“ gewährte. Erst ab da kann von einer Straße gesprochen werden, die uns jetzt, gut asphaltiert, gemütlich durch die beachtlich vergrößerte Ortschaft führt, und die heute 44 Häuser (163 Bewohner: Stand 13.02.2008) in schönster Lage aufweist. (Zum Vergleich:1892 betrug die Anzahl im Sommerberggebiet 112 Bewohner bei einer Gesamteinwohnerzahl von 1658 Aschachern). Die Markhutstraße ist mit eingeschlossen. Diese Straßenbezeichnung erinnert uns an die Aschacher Marktrichter (bis 1827), die heute mit den Befugnissen eines Bürgermeisters, jedoch mit zusätzlichen Aufgaben wie Streitschlichtungen, Erbangelegenheiten usw. zu vergleichen wäre.
Johann Eggerstorfer; Marktchronist
Quellen:
Franzisceische Kataster 1823 - Unterhaltungs-Beilage der Linzer Tages-Post, 1914 : „Das Galingholz zu Aschach an der Donau“ von Franz Hirmann, Gemeindesekretär zu Aschach - Fluren der Gemarkung Aschachs: Deutung Max Fuchs - Geologisches Gutachten von Dr. Franz Wieser, Linz 1956 - Duden: “Herkunftswörterbuch“, Band VII, Mannheim, Zürich, Wien,1963 - Werner Promintzer: „Donauvolk-und Schiffleutleben…“, 1989 ,Bd.II
ehemals "Am Sauzipf"
Bevor wir uns weiter von der im letzten Beitrag beschriebenen Grünauerstraße Richtung untere Färbergasse bewegen, zweigen wir rechts vom alten Pfarrhof ab und beschreiten die heute so genannte Ziegeleistraße. Die wenigen Häuser, die diese Straße säumen, zeigen besonders rechterhand auf, dass wir uns bereits außerhalb der Marktmitte befinden, was auch heute noch deutlich sichtbar ist, breiten sich doch gegenüber der linken Häuserreihe ausgedehnte Wiesen und Obstgärten aus, welche bis zur Ruprechtingerstraße reichen. Noch früher standen entlang des Wegbachls, heute Seierbach genannt, dicht gedrängt viele Weiden, weshalb dieser Weg im Josefinischen Lagebuch von 1788 als FELBERGASSL aufscheint (Weiden, mda. Felbern).
In dieser Zeit führte die Fahrstraße nach Haibach, über den heutigen „Vorderen Sierner“, die Ende des 18. Jahrhunderts in den Aschacher Fluraufzeichnungen als PUMPERGASSEL eingetragen ist. Wegen der scharfen „Reib“ beim alten Pfarrhof hatten die Fuhrleute mit ihren langen Holzfuhren immer wieder großen Ärger, sodass man die Straße ab 1826 auf die Trasse der heutigen Ziegeleistraße verlegte. Simon Reitinger schrieb damals in die Pfarr- chronik: „Dies gab viel Arbeit. Der ganze Doppel hinauf war eine Wildnis von Gebüsch und Gestrüpp, sodass man kaum durchgehen konnte, und der Grund durchaus moosig!“
Übrigens: Da in dieser Gegend die Fluren Burgstall und Aichberg liegen, wollte die Gemeindevertretung bei der Straßenneubenennung 1974 jene Bezeichnungen als Straßennamen einführen, was jedoch die Bewohner ablehnten. So blieb es beim Namen „Vorderer Sierner.“
Die Bezeichnung Felbergassl (Ziegeleistraße) entschwand bald aus dem Gedächtnis der Bewohner. Sie wurde in den später aufgezeichneten Riedübersichten nur mehr als Haizingerstraße (Haitzingerstraße) bezeichnet.
Die heutige Namensbezeichnung erinnert an die Entstehungsgeschichte der beiden „draußen“ liegenden Ziegeleien , früher „Ringöfen“ genannt, wobei eine davon erst vor wenigen Jahren (2005) vollständig geschleift wurde. Noch heute geht der Schreiber dieser Zeilen bei einem Spaziergang, etwas abgewandelt gesprochen, „über die Ziegelöfen“.
Ursprünglich sollte diese Straße vom Gasthaus „Zum Hirschen“ bis zum Haus des Friedrich Moser, der Grenze zu Hartkirchen gehen, was aber bei den Anrainern ebenfalls auf heftigen Widerstand stieß, sodass sie 1974 durch Gemeinderatsbeschluss die heute gültige Straßenlänge und auch seinen neuen Namen erhielt.
Johann Eggerstorfer; Marktchronist
Quellen: Die Flurnamen der Gemarkung Aschachs, Max Fuchs(Landesarchiv OÖ); Riedübersicht der Kat.Gem. Aschach an der Donau, Land OÖ; Pfarrchronik Aschach, 1834
„Donauvolk und Schiffleutleben…“, Bd. II von Werner Promintzer,1989; Gemeinderats-Verhandlungsschriften der MG Aschach vom 27.5. und 25.7.1974
War in früheren Zeiten mit einem Gitter versperrt. Hier gingen die Schulkinder herein die aus dem rückwärtigen Ortsteil und Ruprechting zur Schule mussten.
Auch diese Gasse wurde früher durch ein Tor abgeschlossen. Das an dieser Gasse liegende Rathaus führte zu dieser Bezeichnung.
Die Schiffergasse: Dieser Name kommt von den Schifferhäuseln, die in und um dieser Gasse standen.
Aschach ist eine alte Schiffersiedlung. Die "Schöffmannsnennung". Im heutigen Garten der Villa Smattosch standen ja einstmals 3 Häusl von denen 2 Schiffleuten gehörten und eines war das "Jägerhäusl", weil es einem harrach`schen Jäger gehörte.
Fast abgekommene Bezeichnung. Der letzte Schlossermeister dessen Behausung an dieser Gasse liegt, war Franz Pilz.
Der "Aschacher Hausberg" der Sierner wird von dieser Straße durchschnitten. Früher Weinbaugebiet. Hier war als letzter "Pfarrer Pichlers Weingarten" der kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges ausgestockt wurde.
Diese Bezeichnung wurde aus dem Lagebuch des Kaiser Joseph II. Übernommen. Es ist dies eine alte Flurbezeichnung für den Aschach um weitesten abgekehrten Teil des Sierners.