Patient Partner Programm

 

Wir von der ÖRL sind sehr stolz darauf, das Patient Partner Programm (PPP) in Österreich zu haben.

Im Frühjahr 2006 durfte ich an einem internationalen Workshop in Frankfurt teilnehmen und bekam so das erste Mal einen Einblick in ein ähnliches Projekt. Ich war sofort begeistert vom PPP und wollte dies unbedingt auch in Österreich haben. Es hat einige Zeit gedauert, aber Dank Unterstützung von Dr. Ulrike Stuby und anderen Rheumatologen der ÖGR (Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation) konnten wir 2007 am Rheumatag in Wels erstmals das Pilotprojekt für Oberösterreich starten. 

Das Projekt kam bei den teilnehmenden jungen Ärzten so gut an, dass wir dies natürlich weiterführen und heuer auch schon in Salzburg am Rheumatag anbieten werden. 

Nun, was aber bitte ist "PPP"?

Die Grundphilosophie dies Projektes ist, den Ärzten, den Experten des Krankheitsbildes, als Patient auf gleicher Augenhöhe, nämlich als Experte der eigenen Krankheitsgeschichte, zu begegnen und sich gemeinsam für eine bessere Verständigung untereinander einzusetzen.

Durch diese partnerschaftliche Zusammenarbeit profitieren alle Beteiligeten.

 

* Die Rheumatologen erhalten eine neuartige Plattform rheumatologisches Wissen weiterzugeben.

* Die Hausärzt und junge Ärzte in der Ausbildung bekommen auf eine sehr individuelle und persönliche, aber gleichzeitig auch professionelle Art und Weise Wissen rund um die Diagnose und Therapie von einer chronischen Polyarthritis vermittelt.

* Die Betroffenen und Patienten haben die einmalige Chance, ihr Wissen und ihre langjährigen Erfahrungen mit dem Umgang der Krankheit anderen näher zu bringen.

Wie läuft dies ab?

Ausgewählte cP-Patienten werden speziell für dieses Projekt geschult. Warum ausgewählte Patienten? Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten. Die Patienten sollten in ihrer Krankheit (der cP) und im täglichen Leben damit gefestigt sein. Sie sollten sich gut artikulieren können und brauchen auch ein gewisses medizinischen Hintergrundwissen um die Erkrankung. Natürlich sollten sie eher extrovertiert und offen sein. Es geht darum, Ärzten ihre Erkrankung, den Umgang damit, die verschiedenen möglichen Therapien und individuelle Verträglichkeit zu erklären und nicht zu belehren!

Wie sehen diese Schulungen aus?

Ein geschulter Patient Partner wird z. B. von einer Gruppe von Hausärzten (5 bis 8 Personen) zu einer Schulung gebeten. Ein Rheumatologe gibt kurze Einführung (ca. 30 Minuten) zum Krankheitsbild und den neuen Therapien. Bei der Schulung selbst ist der Rheumatologe nicht anwesend. Der Patient Partner erzählt nun den Ärzten vorerst die eigene Krankheitsgeschichte um auch auf die Individualität des Krankheitsverlaufes hinzuweisen. Die Ärzte (Jungärzte oder auch Allgemeinmediziner) haben auch die Möglichkeit, beim Patient Partner die erkrankten Hände nicht nur zu sehen, sondern auch abzutasten. In dieser einen Stunde, die die Schulung dauert, wird nun in einer ganz persönlichen Form den Ärzten vom erfahrenen Patienten die chronische Polyarthritis näher gebracht.

Der beste und kompetenteste Arzt wird eines nie können und wissen:
Wie es ist mit der Krankheit zu leben. Diese Erfahrungen und was man einem Rheumapatienten zumuten kann oder nicht, werden neben den verschiedenen individuellen
Krankheitsverläufen und deren Therapie in diesem Workshop weitergegeben.

Wie wurden unsere PP darauf vorbereitet und geschult?

In der Schweiz läuft das oben erwähnte ähnliche Projekt schon seit ca. 8 Jahren sehr erfolgreich. Aus diesem Grund haben wir auch Kontakt zu unseren Nachbarn, der Schweizer Rheumaliga, gesucht. Da auch in Deutschland dieses Projekt erst seit ca. einem Jahr läuft, war es nahe liegend, auch die Deutsche Rheuma-Liga für den Start des Projektes zu befragen. Praktisch über 3 Länder sind nun die Anfangskontakte, Befragungen und Erklärungen der Finanzierung, des Ablaufes der Workshops, die Auswahlkriterien der künftigen PP und noch vieles mehr, gelaufen. Es hat sich wieder gezeigt, wie gut die grenzübergreifende Kommunikation funktioniert.

Cristina Galfetti aus der Schweiz ist schon seit vielen Jahren bei der Schweizer Rheumaliga tätig und leitet seit langer Zeit die Betreuung und Ausbildung solch schulender Betroffenen. Frau Galfetti war auch in Deutschland um ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben. Natürlich war es da naheliegend, dass auch wir sie gebeten habe, ob sie bereit wäre unsere zukünftigen PP in einem Workshop zu instruieren.

Frau Galfetti sagte sofort zu und als Schulungswochenende wurden der 1. und 2. September 2007 ausgewählt. Diese Schulung bzw. dieser Workshop beinhaltete, kurz zusammengefasst, folgende Themen :

* Einblick und Vorstellung des PP Projektes

* Medizinisches Hintergrundwissen

* Anatomie der Hand

* Grundlagen der Kommunikationspsychologie

* Die Rolle und Aufgaben des PP

Da Oberösterreich für das Pilot-Projekt auserkoren wurde, fand deshalb auch die Schulung in Wels statt. Dr. Rudolf Puchner, niedergelassener Rheumatologe aus Wels, erklärte sich bereit, den rheumatologisch medizinischen "Crashkurs" zu übernehmen. Alle waren von seiner Art und Weise medizinisches Wissen zu erklären, begeistert. Frau Galfetti führte die Teilnehmer sehr professionell durch die Schulung und alle Teilnehmer gingen am Sonntag Nachmittag hochmotiviert nach Hause.

Frau Galfetti und Dr. Puchner soll für diesen anschaulichen Unterricht noch mal ein ganz besonderer Dank ausgesprochen werden!

 

Daniela Loisl
Präsidentin der ÖRL

 

Liebe Leserinnen und liebe Leser, liebe Mitglieder, liebe Patienten

wenn Sie dieses Projekt interessiert, Sie die notwendigen Voraussetzungen mitbringen und von Grund auf bei PP dabei sein wollen, so kontaktieren Sie uns bitte. Wir würden uns sehr freuen, Sie im Team der Patient Partner willkommen zu heißen!

Tel: 0699 / 155 41 679

E-Mail: info@rheumaliga.at

 

die Schulung unserer Patient Partner durch Fr. Cristina Galfetti und im medizinisch rheumatologischen Bereich von Dr. Rudolf Puchner

 

 

 

 

 

 Alle  Ärzte, die an einer PPP-Schulung teilnehmen, erhalten dafür nachstehendes Diplom, welches von der Leiterin des PPP, Frau Lucia Hangweyrer, und der Präsidentin der ÖRL, Frau Daniela Loisl, unterschrieben ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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